Richtlinien für die Umsetzung von Leistungen gemäß §§ 67 ff. SGB XII auf Basis des Konzeptes Housing First

RichtlinienHousingFirst
  • Ort: Würzburg
  • Erscheinungsjahr:
  • Dokumentenart: Richtlinien
  • Kategorien: Bedarfe & Herausforderungen, Empfehlungen & Lessions Learned

Die vom Fachbereich Soziales der Stadt Würzburg herausgegebenen Richtlinien beschreiben die fachlichen und strukturellen Anforderungen für die Umsetzung von Housing First im Rahmen der Hilfen gemäß §§ 67 ff. SGB XII. Ausgangspunkt ist der Kerngedanke eines „Rechts auf Wohnen“ und die möglichst unmittelbare Versorgung wohnungs- und obdachloser Menschen mit dauerhaftem und mietvertraglich abgesichertem Wohnraum, verbunden mit dem Angebot wohnbegleitender Hilfen. 

Die Richtlinien legen unter anderem die Zielgruppe, Anforderungen an das eingesetzte Personal, den Ablauf des Leistungsangebots, Kriterien für Aufnahme und Wohnraumvermittlung sowie die Ausgestaltung der persönlichen Hilfen fest. Darüber hinaus werden Vorgaben zur Qualitätssicherung und Finanzierung beschrieben. 

Inhaltsverzeichnis Kernpunkte

Empfehlungen und Lessions Learned

Das Dokument enthält auf S. 4–7 konkrete Vorgaben und Umsetzungshinweise für die Ausgestaltung eines Housing-First-Angebots. Dazu gehören Anforderungen an das Fachpersonal (S. 4), die Gliederung des Leistungsangebots in Wohnraumbeschaffung, intensive Unterstützung und Nachbetreuung (S. 5), Regelungen zur möglichst niedrigschwelligen Aufnahme (S. 5), Vorgaben zur Wohnraumakquise und -vergabe (S. 5–6) sowie zur aufsuchenden und personenzentrierten Ausgestaltung der persönlichen Hilfen (S. 6). Auch die Qualitätssicherung auf S. 7 enthält konkrete Kriterien zur Überprüfung der Umsetzung, etwa die Zahl akquirierter Wohnungen und vermittelter Mietverhältnisse, die Dauer bis zum Abschluss eines unbefristeten Mietvertrags sowie angebotene und wahrgenommene Hausbesuche.

Bedarfe und Herausforderungen

Die besonderen Bedarfe der Zielgruppe werden vor allem auf S. 3–4 beschrieben. Das Angebot richtet sich an langzeitobdachlose Menschen, ausdrücklich auch an Personen mit erheblichen psychischen Belastungen oder problematischem Alkohol- bzw. Drogenkonsum, deren Wohnungslosigkeit durch bestehende Hilfesysteme bislang nicht nachhaltig beendet werden konnte. Gleichzeitig werden Grenzen des Angebots und Ausschlusskriterien benannt (S. 4). Als zentrale strukturelle Herausforderung wird auf S. 5–6 insbesondere die kontinuierliche Akquise geeigneten Wohnraums behandelt. Die Richtlinien verlangen hierfür einen eigenen, fachlich qualifizierten Bereich und eine Wohnraumvermittlung, die individuelle Anforderungen der Leistungsberechtigten berücksichtigt.